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Eine Leseprobe aus der Anthologie
Albions Alpträume - Zombies!

"Die auferstandene Ehefrau"
von Mark West

(Exzerpt)


rei Tage waren schon vergangen seit Mark am Grab seiner Frau Jenny gestanden war und ihren Sarg betrachtet hatte, während er in die Erde hinabgelassen wurde.
Seitdem hatte er das Haus nicht mehr verlassen, irgendwie funktionierte er nicht mehr, er verbrachte die meiste Zeit im Bett und versuchte die enorme Bedeutung der Situation und die Endgültigkeit zu verstehen, womit das Begräbnis ihn umfangen hatte.
Als ihn der Arzt von ihrem Tod benachrichtigt hatte, hätte er sich am liebsten sofort umgebracht, aber er hatte es nicht getan - obwohl die Versuchung sehr stark war, wenn er vor einer Treppe stand oder sich im Bad rasierte. Aber das wäre nicht richtig gewesen - Jenny hätte beschlossen zu leben, wenn sie hätte wählen können, und sie hätte sich bestimmt dasselbe für ihn gewünscht. So blieb er im Bett liegen, in ihrem Bett, allein mit seinen Erinnerungen - wie sie war, wie sie ihn fühlen ließ, wie gut sie zusammen passten. Es gab so viel, an das er sich erinnern konnte, und er hatte fürchterliche Angst vor dem Vergessen.
Er versuchte, die äußere Welt auszusperren, er sortierte die Anrufe von Freunden und Verwandten aus, deren Fragen und Sorgen er schon fast makaber fand. Und immer die selben dummen Fragen, die ihn fast schreien ließen: "Ich habe eben meine Frau verloren, wie zum Teufel soll ich mich denn fühlen?"
Das Klopfen an der Tür ließ ihn zusammenzucken, wie immer, wenn Leute der Meinung waren, dass das Telefon zu unpersönlich sei oder sie den Blick in seinen Augen sehen wollten, wenn sie fragten, wie es ihm ginge. Er wollte nicht, dass die Leute ihn sehen konnten, er wollte mit niemandem sprechen, er wollte nur seine Ruhe.
Ein weiteres Klopfen, und dabei eine unterdrückte Stimme, als ob der Mund gerade etwas kaute.
"Migh."
Wer auch immer das sein mochte, er würde nicht so schnell wieder gehen.
"Scheiße", sagte er, stieg aus dem Bett und ging stinksauer im Dunkeln nach unten. Wenn die an der Tür ihm nun kondolieren wollten, würde er ihnen ins Gesicht schlagen und dabei noch lächeln.
Er konnte nur eine vage Form durch den Vorhang erkennen. Er holte den Schlüssel, der auf dem Tisch lag - der Anrufbeantworter daneben verzeichnete siebzehn Anrufe - und öffnete schnell die Tür.



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