ie Zombies führen ihn eine unbeleuchtete und schwankende
Treppe hinab. Ein Flur führt aus dem Kellergeschoss hinaus
und mündet in ein Laboratorium, welches eher an den Arbeitsplatz
eines schlampigen Mechanikers erinnert.
Ein silberhaariger Mann in stark verschmierter Arbeitskleidung
mustert sie, als sie eintreten. Sein Name lautet Elder und
er würde sich selbst als Webtänzer oder Netztourist bezeichnen;
als jemanden, der sich durch den primitiven Dschungel aus
Neuronen und Gliazellen schwingt wie eine Art postmoderner
Tarzan. Tief in seinem Innersten tanzt er den Breakdance und
macht den Bodypop zwischen sämtlichen Komponenten der
Neuralzellen: den Basaldendriten, den Axonen, den Synapsenenden.
Das Ende, ja. Das erreichen alle seine Patienten ganz
von selbst. Und was ihn betrifft, so ist das geschäftige Treiben
am Ende der Sense des grimmigen Schnitters bereits in Sichtweite.
Er gibt den beiden Zombies zu verstehen, dass sie gehen sollen.
»Wie sind Sie bloß auf uns gekommen, Detective?« fragt
er, nachdem sie verschwunden sind.
»Ein bisschen mehr Vertrauen, Doktor. Jeder Detective ist
dafür ausgebildet worden, jeden noch so raffinierten Einfall bei
einer Zeugenaussage zu erkennen.«
Elder beäugt den Spritzer auf Voshawns Hosenbein. Sieht
aus wie Blut. »Sie sind … wirklich gut.«
»Spielt keine Rolle. Wie ich gehört habe, sind Sie der Mann,
mit dem man reden sollte, falls man etwas über diese unheimlichen
Körpermodifikationen erfahren möchte, die gerade so
schwer in Mode sind.«
»Oh?«
»Oh? Oh! Ja – oh! Sind Sie sich im Klaren, dass ihre Modifikationen tödlich sind?«
Eine ausgiebige Musterung seines Gegenübers lässt keine
Zweifel mehr zu: Elder ist am Ende. Und es wäre wirklich nicht
verwunderlich, würde er hier und jetzt tot umfallen. »Diese
Verbesserungen … sie waren ein Geschenk an all diese Leute.
Und die Behauptung, dass meine Arbeiten negative Auswirkungen auf den physiologischen Prozess haben sollen, ist einfach
lächerlich.«
»Dann geben Sie es also zu! Dann waren Sie es!« Voshawn
wartet die Antwort nicht ab und tritt vor. »Suchen wir doch
einen Ort auf, der etwas geeigneter ist für hitzige Debatten.«
»Wie das Polizeirevier?«
»Sie sind wirklich nicht auf den Kopf gefallen, Doc.«
Elder wendet sich seiner Ausrüstung zu und fängt an, seine
Werkzeuge auszulegen – als stünde eine Operation bevor. »Sie
müssen wissen, dass es nur ein paar Tausendstel einer Sekunde
benötigt.«
»Ähm … Entschuldigung?«
»Solange benötigt ein Befehl Ihres Gehirns, bis er die Zehen
erreicht hat.«
»Oh. Richtig.«
»Es liegt an den Springern«, fährt der Doktor fort, dabei
seine Werkzeuge polierend. »Jedes Ende eines Neurons besitzt
Schwann’sche Zellen. Stellen Sie sie sich als winzige Autowerkstätten
vor. Der Befehl erreicht die Schwann’sche Zelle
und muss dann über eine Art Lücke springen, genannt Ranvier-Schnürring.«
Der Detective räuspert sich. »Ganz ehrlich, Doktor: weder
sind wir hier in der Schule, noch werde ich hier abgehört.«
Die Augenbrauen des alten Mannes heben sich. »Werden Sie
nicht?«
Hinter sich bemerkt Voshawn zwei Männer.
Ziemlich große Männer.
Elder spuckt einen Batzen Schleim aus und betrachtet ihn
genauer. »Die Außenhülle einer Neuronenzellmembrane besitzt
eine positive Aufladung, während das Innere negativ aufgeladen
ist. Was sagen Sie dazu, Sie faschistischer Schläger?«
»Nur«, antwortet Voshawn, während er die Handlanger des
Doktors abschätzt, »dass ich Ihnen liebend gerne die Augen mit
’ner Kneifzange rausreißen würde.«
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